
Ulrich Chaussy
45 Jahre nach dem Oktoberfest-Attentat in München
Das Standardwerk in 5., aktualisierter und erweiterter Auflage
Das Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980 mit 13 Toten erschütterte die Republik, wurde aber schnell vergessen – genau wie der antisemitische Mord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke drei Monate später in Erlangen. Angeblich handelten in beiden Fällen verwirrte Einzeltäter. Was verbindet die Morde in Erlangen mit dem Attentat in München? Ulrich Chaussys Analyse, dass das Oktoberfest-Attentat rechter Terror war, folgte nach vierzig Jahren endlich auch die Bundesanwaltschaft. Doch die systematischen Vertuschungen in den damaligen Ermittlungen sind bis heute nicht aufgeklärt, viele Fragen, etwa zur Rolle der Geheimdienste, immer noch offen.
Ch. Links Verlag, 2025

Ulrich Chaussy
Nachbar Hitler
Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg
Das Standardwerk in 9. Auflage
»Idyll und Verbrechen« heißt die 2023 eröffnete neue Dauerausstellung in der Dokumentation Obersalzberg an Hitlers zweitem Regierungssitz. Als Ulrich Chaussy 1986 zu recherchieren begann, gab es dort nur verklärende Hochglanzprospekte über das private Glück des »Führers« in malerischer Natur. Er suchte die einstigen Bewohner des Bergdorfes auf und rekonstruierte die Entstehungsgeschichte der prominenten Nazi-Siedlung. Zeitzeugen berichten, wie die Bauern gewaltsam verdrängt und Kritiker eingeschüchtert wurden. Ulrich Chaussy hat dokumentiert, was Hitler im »Berghof« plante, während draußen die »Wallfahrer« jubelten: vom Judenboykott über den Anschluss Österreichs bis zu den großen Feldzügen des Zweiten Weltkrieges.
Mit einem neuen Schlusskapitel
Ch. Links Verlag, 2024

Bei der Recherche über das Dorf Obersalzberg, den Wohnort und zweiten Regierungssitz Hitlers in der Nähe von Berchtesgaden, stößt Ulrich Chaussy auf Arthur Eichengrün. Wer war dieser völlig vergessene jüdische Nachbar Hitlers am Obersalzberg? In drei Jahrzehnten Recherche rekonstruiert Chaussy Eichengrüns Biografie und entdeckt einen der bedeutendsten Chemiker und Erfinder der Kaiserzeit und der Weimarer Republik wieder: Eichengrün ist Forscher, Erfinder und Unternehmer in Personalunion. Er synthetisiert Kokain, erfindet das weltweit meistgenutzte Antigonorrhoicum Protargol. Und wir verdanken ihm das Aspirin. Er erfindet den unbrennbaren Kinofilm, biegsame Schallplatten, revolutioniert mit seinem Cellon-Spannlack den Bau der stoffbespannten Flugzeuge und Zeppeline. Ab 1933 gelten all seine Verdienste nichts mehr. Er verliert seine Firma, allen Besitz und wird aus der Geschichte herausgeschrieben. Plötzlich ist der assimilierte Patriot Eichengrün nur noch eines: Jude. Deportiert ins KZ Theresienstadt muß der große Chemiker erkennen, dass er eines nicht umformen und synthetisieren konnte: Eine Identität, die ihn vor dem Rassenwahn der Nationalsozialisten hätte schützen können.
Herder Verlag
Ersterscheinung Oktober 2023

Ulrich Chaussy
Rudi Dutschke. Die Biographie
„Achtundsechzig“ ist in der Bundesrepublik mit dem Namen Rudi Dutschke verbunden. Er war Gesicht und Stimme der deutschen Studentenbewegung, repräsentierte Aufbruch und Generationenkonflikt wie kein zweiter. Ulrich Chaussy kennt Dutschke wie kaum ein anderer. Seine Biographie zeichnet das spannende Bild eines mitreißenden Menschen, dem nur wenige Jahre öffentlichen Wirkens gegönnt waren, bis ein Rechtsradikaler ihn bei einem Attentat schwerst verletzte.
Niemand anders hat der 68er-Bewegung so sehr seinen Stempel aufgedrückt wie Rudi Dutschke (1940-1979). Mit ihm ist die Revolte der Studenten mehr als nur verbunden – seine individuelle Biografie ist mit dem Verlauf einer kollektiven Bewegung eins geworden insbesondere durch das Attentat vom Gründonnerstag 1968, das er nur um Haaresbreite überlebte und an dessen Spätfolgen er schließlich starb.
Ulrich Chaussy kennt Rudi Dutschke wie kein zweiter Biograph. Er hat mit allen wichtigen Zeitzeugen gesprochen, hat alle relevanten Archive ausgewertet, als Ergebnis seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit Dutschke und 68 legt er diese komplett neu bearbeitete und erweiterte Biographie vor.
Knaur Verlag 2018

Ulrich Chaussy – Gerd R. Ueberschär
Es lebe die Freiheit!
Die Geschichte der Weißen Rose
Die Weiße Rose ist neben dem Widerstandskreis um Graf Stauffenberg heute eine der bekanntesten Widerstandsgruppen im Dritten Reich. Kern der Münchner Hitlergegner waren Hans Scholl, Alexander Schmorell, Sophie Scholl, Christoph Probst, Willi Graf und Professor Kurt Huber. Zwischen 1942 und 1943 verbreitete die Gruppe sechs Flugblätter, in denen sie zum Widerstand gegen das NS-Regime aufrief. Ihren Mut und ihre Entschlossenheit, sich gegen die Nazi-Diktatur zur Wehr zu setzen, bezahlten die sechs und ein weiterer Unterstützer, der Student Hans Leipelt, mit dem Leben.
In diesem Band werden zum ersten Mal die zentralen Dokumente zur »Weißen Rose« kommentiert und historisch eingeordnet wiedergegeben. Die Geschichte des Münchner Widerstandskreises wird vor dem historischen Hintergrund des Krieges dargestellt und die wichtigsten Akteure werden biographisch porträtiert. Eindrucksvoll werden die dramatische letzte Aktion der Hitlergegner im Lichthof der Münchner Universität, die Verhöre der Gestapo und die Verhandlungen vor dem »Volksgerichtshof« sowie die Verbreitung des »Manifests der Münchner Studenten« auch noch nach deren Tod durch die Alliierten geschildert.
Dieser Band enthält:
– die zentralen Dokumente zur Weißen Rose, u. a. die Vernehmungsprotokolle von Sophie
und Hans Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Wilhelm Graf und Kurt Huber,
– und die Flugblätter der Weißen Rose.
– die Geschichte der Weißen Rose mit Biografien und Fotos ihrer Mitglieder,
– eine Einordnung der Weißen Rose in den Kontext des deutschen Widerstandes gegen Hitler
nach 1943
– sowie eine kommentierte Auswahlbibliographie.
S. Fischer Verlag 2013

Ulrich Chaussy
Der blinde Fleck. Das Oktoberfestattentat:
Strafverfolgung und Reaktionen in Politik und Öffentlichkeit
in: Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. von Winfried Nerdinger in Zusammenarbeit mit Mirjana Grdanjski und Ulla-Britta Vollhardt
Katalog zur Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum München
29. November 2017 bis 2. April 2018
Die Morde der rechtsextremistischen Terrorzelle »Nationalsozialistischer Untergrund« und die Anschläge auf Asylunterkünfte und Geflüchtete haben das Thema Rechtsextremismus und rechtsextreme Gewalt verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Rechtspopulistische Parteien schüren Europaskepsis und Fremdenfeindlichkeit, vermeintliche deutsche »Patrioten« treten zur »Rettung des Abendlandes« an und tragen zur Verrohung von Sprache und Denken bei.
Das NS-Dokumentationszentrum München setzt sich mit der Ausstellung »Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945« mit rechtsextremistischem Denken und Handeln auseinander. Die Begleitpublikation zeigt mit wissenschaftlichen Beiträgen, Erfahrungsberichten und einer Chronologie der wichtigsten Ereignisse exemplarisch die Entwicklung des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik in den letzten sieben Jahrzehnten auf. Die wichtigsten Bestandteile rechtsextremistischer Ideologie und deren propagandistische Verbreitung werden erläutert und kritisch analysiert. Entsprechend seinem Informations- und Bildungsauftrag klärt das NS-Dokumentationszentrum München damit über Denkweisen und Aktivitäten, die unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft bedrohen, auf.

Ulrich Chaussy
Der blinde Fleck – Täter, Attentäter, Einzeltäter?
ein Film von Daniel Harrich, Drehbuch Ulrich Chaussy und Daniel Harrich
Dreizehn Menschen starben und 211 weitere wurden zum Teil schwer verletzt, als am 26. September 1980 beim Münchner Oktoberfest eine Bombe explodierte. Einer der Toten war der 21-jährige Student Gundolf Köhler, der schnell als Täter identifiziert und schließlich als Einzelgänger eingestuft wurde, der aus persönlichen Motiven gehandelt hatte. Aber war es wirklich so? Einer, der Zweifel daran anmeldete, war Ulrich Chaussy, Journalist beim Hörfunkprogramm des Bayrischen Rundfunks. Chaussy ist der Protagonist des Films »Der blinde Fleck«, der auf seinem Buch »Oktoberfest: ein Attentat« basiert. Das Drehbuch hat Chaussy zusammen mit Regisseur Daniel Harrich geschrieben.
Der Film folgt den Regeln des klassischen Politthrillers, bei dem die Staatsorgane die Wahrheit vertuschen und nur ein aufrechter Journalist hartnäckig nachbohrt. Er spricht mit Augenzeugen, deren Aussagen sich nicht in den Abschlussberichten wiederfanden, er erfährt Unterstützung von einem Informanten, er muss sich die Vorwürfe seiner Ehefrau anhören, dass er von der Sache besessen sei und erlebt, wie man ihn auf dem Fahrrad mit dem Auto zu überfahren versucht – oder ist das nur seine Paranoia?
Der Film ist sowohl als DVD und Blue-ray-disc wie auch als Stream bei bei verschiedenen Anbietern erhältlich.

Ulrich Chaussy
Interaktive Web – Dokumentation:
Das Oktoberfest-Attentat
Das Oktoberfest-Attentat auf der Theresienwiese am 26. September 1980 ist mit 13 Toten und über 200 Verletzten der schwerste Anschlag in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Web-Dokumentation „Das Oktoberfest-Attentat. Spurensuche“ war zusammen mit dem Spielfilm „Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat“ und der TV-Dokumentation „Attentäter – Einzeltäter? Neues zum Oktobfestattentat“ Bestandteil eines transmedialen Projektes.
Autoren: Patricius Mayer, Daniel Harrich und Ulrich Chaussy
Die Interaktive Web-Dokumentation wurde 2013 beim Bayerischen Rundfunk produziert und mehrere Jahre gehostet. Inzwischen ist die Produktion offline.

Ulrich Chaussy
Ungelöst: Oktoberfest-Attentat
Die großen Kriminalfälle der Bundesrepublik – Feature von Ulrich Chaussy
Ulrich Chaussy rekonstruiert die Tat, die Arbeit der Ermittler, das Bild des Attentäters – und meldet begründete Zweifel an der offiziellen Wahrheit an. Entgegen der allgemeinen Meinung ist das Oktoberfestattentat ungelöst.München, 26. September 1980. Mitten in der Schlußphase des Bundeswahlkampfs detonierte am Haupteingang des Oktoberfestes eine Bombe. 13 Menschen wurden getötet, 200 zum Teil schwerverletzt. Für die ermittelnden Behörden war schon nach wenigen Tagen klar: Der bei dem Attentat ums Leben gekommene Gundolf Köhler hat die Bombe in einem Papierkorb versteckt und gezündet. Alle Indizien, die weg von der Einzeltäterthese führten, wurden – wenigstens offiziell – ignoriert, ebenso wie der neonazistische Hintergrund. Und gerade diesen Spuren geht Ulrich Chaussy in seinem Feature nach – mit ganz erstaunlichen Ergebnissen.
Hörbuch Hamburg Verlag, 2000
CD erhältlich bei Amazon

Ulrich Chaussy
Obersalzberg
Vom Bergbauerndorf zum Führersperrgebiet. Zeitzeugen berichten von Ulrich Chaussy, Volker Dahm, und Albert A Feiber
Der Film wurde zur Eröffnung der Dokumentation Obersalzberg im Jahr 1999 produziert. Er war bis zum Neu- und Erweiterungsbau und der Neukonzeption der Dokumentation in einem Medienraum Bestandteil der ersten Dauerausstellung. Er ist seit der Eröffnung der neuen Dauerausstellung Teil des Internet – Angebotes der Dokumentation Obersalzberg und kann online über YouTube abgerufen werden. Die darin zu Wort kommenden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind zwischen 1988 und 1999 bei der Rundfunk- und Buchrecherche zu „Nachbar Hitler -. Führerkult und Heimatzertörung am Obersalzberg“ befragt worden. Sie sind mittlerweile alle verstorben.